Fechten

Jeder Sport ist eine Herausforderung an sich selbst – man muß Sie nur annehmen !

Eine Tradition, die unsere Verbindung pflegt, ist das Fechten. Wie alle anderen Verbindungen unseres Dachverbandes, dem Coburger Convent, sind wir ein pflichtschlagender Bund. Das bedeutet, dass Mitglieder unserer Turnerschaft zwei Pflichtpartien (Mensuren) schlagen müssen.

Das Fechten selbst spielt in der Geschichte eine ganz andere Rolle und diente den Studenten im 16. Jahrhundert zur „Selbstverteidigung“. Da Studenten zu dieser Zeit lange Wege bis zu ihrem Studienort zurücklegen mussten, wurde ihnen 1514 von Kaiser Maximilian I von Habsburg das Tragen von Waffen zum Selbstschutz erlaubt. Den Umgang mit diesen Waffen erlernten die Studenten in Exercitien (lat. Übungen). Durch diese Entwicklung wurde das Tragen von Waffen und Ausfechten von Duellen Teil des universitären Lebens.

Aus den damaligen Duellen entwickelten sich im Laufe der Zeit die Bestimmungsmensuren, die anfangs noch in Stoss- und Hiebtechnik ausgeführt wurden. Heute gibt es nur noch das Hiebfechten, da beim Stossfechten erhebliche Verletzungen zugeführt werden könnten. Nun aber zu einer der wichtigsten Fragen. Warum wird heute überhaupt noch gefochten?

Beim Fechten selbst geht es nicht darum, den Gegenpaukanten zu verletzen oder um ein wildes aufeinander Einprügeln. Der Sinn der Mensur besteht darin, die Mitglieder der Verbindung „zusammenzuschweißen“. Darüber hinaus zeigt das Mitglied, dass es sich mit dem Bund und seinen Idealen identifiziert und darüber hinaus sprichwörtlich für diese Sache „seinen Kopf hinhält“. Bei der Mensur selbst werden die Paukanten in Geschwindigkeit, Härte der Hiebe und Technik aufeinander abgestimmt, sodass keiner der beiden benachteiligt wird.

Ferner schult diese Mensur auch die Person selbst. Denn in dieser Mensur lernt er zu handeln, auch wenn dabei ein kalkulierbares Risiko eingegangen wird. Es ist ähnlich wie bei Extremsportarten, die heute von vielen ausgeübt werden.

Letztendlich muss man auch sagen, dass das Fechten ein schöner sportlicher Ausgleich zum Studienalltag ist. Je länger man diesen Sport ausübt, desto interessanter wird er, da man technisch immer besser wird und durch die größere Vielfalt an Hieben wird das Training immer kurzweiliger.

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